FC Union

Aus dem Union-Magazin, Februar 2016, von Dajana Rupert, Frank Willmann:

„Das pulsierende, schlagende Herz –  in einer Reihe von Aufstiegsbildern ist es das Schlüsselwerk von Torsten Schlüter. Die Komposition der roten Farbe auf weißem Papier ist für den Künstler die Addition von all dem, was Union ausmacht: Es symbolisiert den zwölften Mann. „Unser  Verein wird nicht über die Spieler definiert“, sagt Torsten deutlich „sondern über seine Fans.“ Dajana Rubert und Frank Willmann haben den Maler in seinen Ateliers auf Hiddensee und in Berlin besucht. Sie waren mit ihm im Stadion und durften eintauchen in eine zumeist farbenfrohe Welt voller Kunst und Union.
In seinem Atelier in Berlin-Mitte reiht sich ein Kunstwerk ans nächste. Viele Skizzen, über 5000 Arbeiten, darunter unzählige Gemälde, Zeichnungen, auch Skulpturen. Es ist das gesammelte Lebenswerk des 56-Jährigen. Oder besser der Teil davon, der sich noch im Besitz des Künstlers befindet.  Torsten weiß genau, wo jedes seiner Werke steht. Und natürlich auch, wo sich der Unionzyklus befindet. Zielsicher zieht er ein rot-weißes Bild nach dem anderen aus den Regalen. 2001 hat er das erste Mal Union zum Thema seiner Werke gemacht. „Wenn mich etwas total antickt, dann setze ich es künstlerisch um“, sagt er. Damals ist eine ganze Serie entstanden. Unter dem Motto: „Aufgestiegen!“
Seit den neunziger Jahren geht Torsten regelmäßig zu Union. Er steht auf der Gegengerade. Höhe Grundlinie. Ganz nah am alten Anzeigenhäuschen. „Ich war auch schon in anderen Stadien“, erzählt der Weltenbummler, der seit Jahrzehnten einen Teil des Winters in Indien verbringt. „Aber dann kommst du zum Beispiel auf Schalke an, sitzt in dieser durchorganisierten, hypermodernen Arena. Oder du bist im Olympiastadion. Überall diese störenden Stühle. Da vergeht dir doch alles. Und als Gast wirst du, wenn du Pech hast, auch noch wie Vieh hineingetrieben. Dazu das Jubelpublikum. Ja, natürlich gibt es dort auch echte Fans.  Aber wenn du dann in dein Stadion zurück an deine Alte Försterei kommst, wo vieles immer noch auch ein bisschen improvisiert wirkt, denkst du nur: Wunderbar. Dann stolperst du auf dem Weg durch den Wald über eine Wurzel. Großartig! Gott sei Dank bin ich wieder hier!“ Torsten schwärmt von einer eisernen Welt. Seiner Welt.