„Die Sammlung Weimar“
Ausstellung bis 05. Juli 2026
„Wie sähe eine Sammlung Weimar aus, wenn es sie gäbe? Eine Sammlung, deren Werke Weimar selbst thematisieren, aufzeichnen, spiegeln, mit seinen Unebenheiten, Schlaglöchern, doppelten Böden und Schräglagen, mit seinen Orten, Personen, Mythen und Stereotypen?“
(aus dem Infotext zur Ausstellung)
In einem Geniestreich zeigt die ACC-Galerie genau diese imaginäre Sammlung. Die Kuratoren weisen auf einen Missstand hin: Zeitgenössische Kunst bekommt aus ihrer Sicht in der von Klassik und Bauhausmoderne geprägten Stadt zu wenig Aufmerksamkeit.
Jetzt aber doch! Die Schau präsentiert Videoarbeiten, Fotografien, Gemälde und Installationen aus den vergangenen 50 Jahren. Umfangreiche Informationen zur Ausstellung und die Namen aller teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler gibt es HIER.

Für jeden Weimarbesucher, der sich in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf der Carl August Allee vom Bahnhof her der Innenstadt näherte, bildete die große Ruine mittig in der Sichtachse der Stadt eine seltsame Empfangskulisse. Die erstaunte Frage: „Was ist das denn für ein imposantes Gebäude?“
In Torsten Schlüters Aquarell -Zyklus „Landesmuseum“ verkörpert das Motiv der Ruine des Thüringischen Landesmuseums ein Symbol für den Verfalls des politischen Systems DDR. Während einer vom herrschenden System praktizierten Abschottung verwandelt TS das kurz vor einer möglichen Sprengung befindliche rudimentäre Gebäude in einen in seinem Inneren pulsierenden, orientalischen Palast und verweist dabei auch auf interkulturelle Verbindungen und Korrespondenzen zwischen Orient und Okzident und auf traditionelle Einflüsse auf die Künste Weimars von außen.
Vier Aquarelle aus dem Zyklus sind aktuell in der „Sammlung Weimar“ zu sehen.
